FAMILIE BARISCH
AUS WILLWITZ UND BÄRWALDE IN SCHLESIEN
 

Der Stammsitz der Familie Barisch war seit 1618 das Gut Nr. 4 in Bärwalde im Herzogtum Münsterberg, woraus später der Kreis Frankenstein in Schlesien hervorging. Wie auch der größte Teil der Bauerschaft gehörte es zu den fürstlichen Kammergütern des Schlosses Frankenstein. Zwischen 1644 und 1674 wurde die katholische Pfarrkirche St. Johannes Evangelist in Bärwalde, die 1651 durch einen Brand vollständig zerstört worden war, dem Münsterberger Stadtpfarrer Thomas als Filialkirche übertragen. Für diese Zeit finden sich auch Eintragungen von Bärwaldern in den Münsterberger Kirchenbüchern. Nachdem die Kirche 1662 instandgesetzt worden war, erhielt sie 1674 mit Melchior Georg Franz wieder einen eigenen Pfarrer. Kirchenbücher für Bärwalde sind seit 1652 im Erzbischöflichen Kirchenbucharchiv in Breslau vorhanden. In diesem Jahr wurde am 4. Juni 1652 Christoph Parisch in Bärwalde getauft, seine Eltern waren Christoph Barisch (Parisch) und Justina. Im Jahr 1721 kam das Gut der Familie Löwe durch die erste Ehe von Christoph Barisch (* 1701) mit Elisabeth Löwe, geborene Gärttner, in den Familienbesitz. Laut dem Karolinischen Steuerkataster von 1724 und der Subrepartition des Friderizianischen Steuerkatasters von 1748 besaß Christoph Barisch als Bauer und Gerichtsverwalter den größten zusammenhängenden Grundbesitz mit der höchsten Steuerlast in Bärwalde. Im Jahr 1774 übernahm sein jüngster Sohn Nepomuk Barisch das Bauerngut von seiner Mutter, die nach dem Tod ihres ersten Ehemannes im Jahr 1749 erneut geheiratet hatte. 1783 vergrößerte Nepomuk Barisch den Besitz um die halbe Lehnshufe Nr. 5. Nach dem Tod seiner Eltern, Amand Barisch und Euphrosina, geb. Buhl aus Bärwalde, die das Gut im Jahr 1811 übernommen hatten, wurde Reinhold Barisch (* 1824) im Jahr 1858 neuer Besitzer des Stammsitzes. Im selben Jahr wurde das Gut durch eine Erbteilung um die halbe Lehnshufe verkleinert und 1906 im Zuge einer erneuten Erbteilung vollständig veräußert. Seit 1939 ist die Hauptlinie in Bärwalde ausgestorben. Im Jahr 1862 kaufte sein Bruder Sebald Barisch (* 1832) das Gut Nr. 2 in Willwitz und begründete im selben Jahr durch die Heirat mit Auguste Haucke vom benachbarten Gut Nr. 63 in Bärwalde den noch heute bestehenden Zweig unserer Familie. Nach der Vertreibung aus Schlesien im Jahr 1946 fand dieser Zweig zunächst in Ostenland und später in Hövelhof bei Paderborn in Westfalen eine neue Heimat. In Erinnerung an die alte Heimat erhielt der 1963 neu erbaute Familiensitz den Namen „Willwitz House”. Hier befindet sich auch das umfangreiche private Familienarchiv.
 

2018 - Wappenbesserung Jörg Barisch

Aufgrund der Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg waren bis auf den Beschluss des Anerbengerichts Münsterberg zur Genehmigung des Übergabevertrages des Guts in Willwitz von Petrus Barisch auf seinen Sohn Alfons Barisch im Jahre 1937 alle Urkunden verloren gegangen. Mithilfe wiedergefundener Unterlagen in den polnischen Staatsarchiven in Breslau und im Kloster Kamenz bei Frankenstein sind heute fast alle Aufzeichnungen und Urkunden, zumindest in beglaubigten Abschriften wieder vorhanden, so dass wir mit Christoph Barisch und seiner Frau Eva direkt bis ins Jahr 1595 zurückgehen können. 1899 ging das Gut in Willwitz an Petrus Barisch, Sohn von Sebald Barisch, über. Er ließ in diesem Jahr die große Scheune neu errichten. Es wird erzählt, dass zwei Ziegelmeister zwei Wochen lang direkt hinter dem Gutshaus Ziegel aus eigenem Lehm brannten. Petrus hatte noch 8 Geschwister, 2 Brüder und 6 Schwestern. Er heiratete 1900 Maria Tschacher aus Heinzendorf bei Patschkau und hatte mit ihr 2 Söhne, Alfons und Josef und 3 Töchter, Maria, Adelheid und Elisabeth. Der zweite Sohn Josef ist leider im 2. Weltkrieg an der Ostfront auf dem Rückzug gefallen. Maria heiratete 1927 den Vater ihres 8-jährigen Sohnes Alfons, Josef Rudolph aus Willwitz vom Gut Nr. 11. Leider ist auch Alfons Rudolph 1945 an der Ostfront gefallen. Adelheid heiratete Wilhelm Kaiser und Elisabeth Josef Schneider aus Willwitz. Alfons Barisch heiratete 1939 Martha Kirsch aus Ober Kunzendorf und 1942 wurde ihr Sohn Georg geboren. Er heiratete 1964 Irmgard Buthe aus Paderborn und sie hatten 6 Kinder: Andrea, Petra, Jörg, Sandra, Michaela, René. Leider sind unsere Eltern, Georg bereits 2005 mit 63 Jahren und Irmgard 2016 mit 73 Jahren verstorben. Sie sind unsere Vorbilder, sie standen uns immer mit ihrem Rat und ihrer Tat zur Seite.

1742 - Wappensiegel von Christoph (Johann) Bährisch

Blason: In Silber ein blauer Wellenbalken, begleitet von oben zwei, unten einen, roten Prankenkreuzen. Im schwarzen Herzschild ein silberner Schädel über zwei schrägkreuzweise, silbernen Schenkelknochen. Auf dem Helm ein rothaariger Mann, bekleidet mit schwarzem Dreispitz, schwarzen Mantel, mit silbernem Kragen und Knöpfen, übergehend in Schwarz-silberne Decken. In der Rechten pfahlweis einen silbernen Amtsstab haltend und über die linke Schulter am silbernen Gürtel hängend, ein silbernes Hifthorn unter dem Arm tragend.